Geschichte
Der Sage nach soll Bischof Benno den Wein nach Sachsen gebracht haben. Allerdings wird in der urkundlichen Ersterwähnung nicht Benno, sondern Markgraf Otto der Reiche genannt. Einer im Staatsarchiv liegenden Urkunde nach hat Otto der Reiche 1161, also genau vor 850 Jahren, einen schon gut im Ertrag stehenden Weinberg an die Kapelle Sankt Egidien übereignet. Das bedeutet, dass es keine Neupflanzung war. So hat vielleicht doch die Legende recht, welche behauptet, dass Bischof Benno bereits Anfang des 12. Jahrhunderts die ersten Reben nahe dem Meißner Burgberg gepflanzt habe.
Vom 16. bis 18. Jahrhundert wurden zunehmend Maßnahmen zur Anhebung von Qualität und Ansehen des Sachsenweins durchgeführt. Sachsen verdankt Kurfürst August seine erste Weinbergsordnung, denn von ihm wurde sie maßgeblich erarbeitet, auch wenn sie erst von seinem Nachfolger Christian I. 1588 für verbindlich erklärt wurde. Ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Qualität der einheimischen Weine war die Einführung des Terrassenweinbaus. 1603 hatten der aus Stuttgart stammende kurfürstliche Rat Dr. Aichmann und der Meißner Weinbergsverwalter Joachim Peck im Auftrag des Kurfürsten die landesherrlichen Weinberge zwischen Meißen und der Hoflößnitz besichtigt und Vorschläge zur Einführung des Terrassenweinbaus unterbreitet. Mit diesem Bericht wurde der Grundstein für den Terrassenweinbau in Sachsen gelegt. Die ersten terrassierten Weinberge entstanden dann in Cossebaude und Zscheila.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gingen die Erträge im Weinbau stark zurück. Misswuchs, Frost, Kriege, die Einschränkung der Zollgrenzen und das Aufkommen anderer Getränke führten dazu. Ein wesentlicher Schritt, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, war die Gründung der Sächsischen Weinbaugesellschaft im Jahr 1799. Sie war die erste ihrer Art in Europa, wurde zum Vorbild für weitere Gründungen und ist der Vorläufer des Weinbauverbandes Sachsen, der dementsprechend 1999 sein 200-jähriges Bestehen feierte. Von besonderer Bedeutung waren unter anderem die wissenschaftlichen und publizistischen Arbeiten der Weinbaugesellschaft und die Gründung der ersten Europäischen Winzerschule auf dem Fürstenberg in Meißen.
Ende der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts erfuhr der Weinbau in Sachsen durch den Einsatz reblausresistenter Unterlagsreben wieder einen allmählichen Aufschwung. Die meisten Winzer hatten aber keine Möglichkeit, ihre Trauben selbst zu keltern und zu verkaufen. Die Weinhändler waren zudem am Aufkauf kleiner Mengen nicht interessiert und die Preise für einheimische Weine wurden niedrig gehalten. Einen Ausweg aus dieser Situation brachte die Bildung der Sächsischen Winzergenossenschaft am 9. Mai 1938. Sie entwickelte sich zum Fundament des Weinbaus in Sachsen. Man begann weiter aufzureben, vor allem auch die Steillagen wurden wieder bewirtschaftet.